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MROC: Die Auswirkung des mpMRT auf das Staging und Management von Patienten mit Verdacht auf oder bestätigtem Ovarialkarzinom

Betrachtet man die vom National Institute of Health Research (NIHR) geförderte und vom Imperial College in London gesponserte MROC-Studie, blickt man auf eindrucksvolle Zahlen: 645 Frauen mit Verdacht auf oder bestätigtem Ovarialkarzinom (mehr als 400 bereits wurden rekrutiert), 18 rekrutierende Institutionen in Groß-Britannien, 4 zusätzliche externe Untersuchungszentren, 22 CRFs pro Patient, etwa 50 MRT- und 40 CT-Spezialisten, zahlreiche Study Nurses und Chirurgen, sowie ein Histopathologe und ein medizinischer Onkologe je Institution, außerdem ein wunderbares Clinical Trial Team.

 

Wir sprachen mit Frau Prof. Andrea Rockall, Studienleiterin der MROC-Studie, über ihre Erfahrungen.

 

Was motivierte Sie, ein solch herausforderndes Projekt anzugehen?
Das NICE (National Institute for Health and Care Excellence, GB) veröffentlichte ein umfangreiches Dossier, das die bisherige Forschung über Frauen mit Verdacht auf Ovarialkarzinom untersuchte, um folgende Frage zu klären: Was kann unternommen werden, um die Patientenversorgung von Ovarialkarzinom-Verdachtsfällen zu verbessern? Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass es an qualitativ hochwertigen Artikeln zur Rolle der Bildgebung bei der Bestimmung der ersten Therapiemaßnahmen fehlt. Die Entscheidung, ob eine OP oder eine neoadjuvante Chemotherapie erfolgen soll, gestaltet sich grundsätzlich nämlich sehr schwierig. Manche Patientinnen, bei denen die Krankheit bereits stark ausgebreitet ist, werden einer „Open and Close“ Operation unterzogen. Umgekehrt, gibt es viele Frauen mit Verdacht auf maligne ovariale Raumforderung, die tatsächlich aber eine benigne Raumforderung haben und unnötige OPs über sich ergehen lassen müssen; das hat große Auswirkungen auf die Morbidität und Fertilität. Daher empfahl das NICE dem NIHR die Durchführung einer Untersuchung zur initialen medizinischen Bildgebung für das Staging und die Therapieentscheidung bei Verdachtsfällen auf Ovarialkarzinom. In der Studie soll insbesondere das CT mit dem MRT (bzw. CT/MRT) verglichen werden. Das von uns vorgeschlagene Projekt bekam dann die Förderung für die Durchführung der Studie.

 

Was waren die größten Herausforderungen und wie hat Mint Ihnen dabei geholfen, diese zu bewältigen?
Wo fange ich da überhaupt an? Es gab unglaublich viele Herausforderungen: Zuerst einmal natürlich das Studiendesign, das Set-up der Institutionen, die Schulung der MTRAs und der Radiologen. Dann aber auch die Bildgebungs-QA, die Anonymisierung und den Transfer der Daten, die Sicherstellung der Blinded-Review-Workflows. Und darüber hinaus noch die sequentielle Erfassung der Therapiepläne basierend auf dem Standard-CT, gefolgt von den MRT-Erkenntnissen und später – Therapieplanentscheidungen ohne das Wissen über die CT-Ergebnisse! Es stand bereits zu Beginn fest, dass wir ein elektronisches CRF entwickeln wollten, um darin sowohl Patienteninformationen als auch Bildgebungs-CRFs mit Bildern sowie Therapiepläne und -verläufe zu dokumentieren. Als wir mit dieser Beschreibung in die Ausschreibung gingen, haben wir schnell gemerkt, dass es mit mint möglich sein wird, diese Vision umzusetzen.
Wir haben dann Schritt für Schritt die CRFs designt – und damit das mint-Team vor viele neue Herausforderungen gestellt. Zusammen haben wir unermüdlich daran gearbeitet und es geschafft, eine maßgeschneiderte Softwareplattform zu entwickeln, die die gesamte MROC-Studie, von der Patientenregistrierung bis zur Studienende, unterstützt. Die Daten fließen dann in das Statistikpaket ein.
Wir haben eine Schulungs-Database geschaffen, um die Mitarbeiter der beteiligten Institutionen zu schulen. Zudem haben wir Radiologie-Experten aus Frankreich, Belgien und Österreich, die das Projekt durch Blind-Reads unterstützen, falls andere Häuser Hilfe benötigen, also brauchten wir eine Online-Schulung.
Wovon wir besonders profitieren ist, dass wir nun in der Lage sind, den unglaublichen Prozess- und Datenfluss, bestehend aus CT- und MRT-Bildern, Blinded Double Reads, Therapieplänen sowie chirurgischen und histopathologischen Ergebnissen, zu koordinieren und zu kontrollieren. Das hat auf jeden Fall unsere Art und Weise, wie wir bildbasierte klinische Studien und das Biobanking von Studiendaten durchführen können, verändert.

 

Angenommen, Sie könnten die Studie heute noch einmal aufsetzen, gibt es etwas, dass Sie anders machen würden?
Auf jeden Fall. Auf dem bisherigen Weg habe ich viele Fehler gemacht. Eindeutige CRF-Terminologie ist zum Beispiel besonders wichtig: eine für mich klar verständliche Frage kann anderen unklar erscheinen. Und manche der CRF-Workflows funktionieren einfach nicht für jedes Patientenszenario. Ich würde die CRFs vor Studienbeginn intensiver testen. Wir haben vor dem Beginn der Studie einen ersten internen Piloten gestartet, um alle Prozesse zu evaluieren und anzupassen. Mint hat uns bei der Verbesserung der CRFs geholfen, um die Antwortvariabilität und die Anzahl der Rückfragen zu reduzieren. Wir haben gerade unser finales CRF-Update hinter uns gebracht und denken, dass die meisten unserer Radiologen damit zufrieden sind.

 

Wie können Kliniker und Patienten von den Studienergebnissen profitieren?
Wir hoffen, dass MROC die radiologische Bildauswertung beim Staging im Vergleich zum jetzigen CT-Standard verbessern wird. Die daraus gewonnen Erkenntnisse werden Klinikern und interdisziplinären Arbeitsgruppen dabei helfen, personalisierte Therapiepläne für ihre Patienten zu entwickeln.

 

Für nähere Informationen zur MROC-Studie besuchen Sie die Webseite des ISRCTN

 

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