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Radiomics und der Beginn der Ära der Personalisierten Medizin

Bislang wurde die medizinische Bildanalyse durch die visuelle Interpretation von statischen Bildern vorgenommen. Im vergangenen Jahrzehnt und mit dem Aufkommen fortschrittlicher Messinstrumente sind einfache digitale Bilder zu regelrechten Datenschätzen geworden, auf deren Grundlage Statistiken erster, zweiter und höherer Ordnung abgeleitet werden können. Wenn diese mit dem richtigen Tool von einem erfahrenen Befunder erhoben und genutzt werden, haben sie das Potential, eine verbesserte Diagnostik und erhöhte prognostische Genauigkeit zu liefern.

 

Bei Mint Medical haben wir in mehr als zehn Jahren auf der Basis strukturierter Daten eine Plattform und Algorithmen entwickelt, die routinemäßig Texturanalysen höherer Ordnung in personalisierten Arbeitsabläufen erfassen, welche konform zu nationalen Richtlinien und Society-Guidelines sind. Derzeit unterstützt mint Lesion mehr als 25 verschiedene radiologische Workflow-Protokolle, die so konfiguriert sind, dass sie Texturdaten in einem klinischen Routine-Setting aufzeichnen.

 

Einige jüngere akademische Forschungsergebnisse im Rahmen von mit mint Lesion durchgeführten Studien wurden 2017 am Universitätsklinikum Ulm veröffentlicht, aus welchen die Autoren schlossen, dass die MRT-basierte Texturanalyse bei der Unterscheidung von Low-Grade-Chondrosarkomen und Enchondromen unterstützen kann [1]. Die Nutzung von Radiomics-Features für Einblicke in Tumorcharakteristika und als nicht-invasive Biomarker ist in der Tat revolutionär: Wir können hier potentiell einen Wandel hin zu einer Verbesserung der Genauigkeit von Biopsieergebnissen erleben.

 

Eine weitere Studie am Universitätsklinikum Köln, bei welcher die in mint Lesion integrierten Workflows und Radiomics-Tools genutzt wurden, zeigte, dass MRT-basierte Texturanalysen in der arteriellen und venösen Phase das Potential haben könnten, eine frühe Vorhersage einer fortschreitenden Erkrankung nach einer transarteriellen Radioembolisation (TARE) zu machen [2]. Wir unterstützen auch weiterhin ausdrücklich akademische Forschungsarbeiten, welche zum Ziel haben, auf dem Weg zur Personalisierten Medizin weiter voranzuschreiten, vor allem dort, wo bildbasierte Biomarker dazu geeignet sind, bei der Wahl der richtigen Therapie zu helfen und die aktive Überwachung der betroffenen Patienten zu beeinflussen.

 

Im Rahmen unserer Bestrebungen, das Maximum aus intelligenter Datenverarbeitung herauszuholen, stehen wir bei Mint Medical in aktiver Zusammenarbeit und sind konform mit den Profilen der Quantitative Imaging Biomarkers Alliance [3] und orientieren uns erfolgreich an der Image Biomarker Standardization Initiative, einschließlich der Texturanalyse erster und zweiter Ordnung [4].

 

[1] https://doi.org/10.1007/s00192-016-2952-5

[2] https://doi.org/10.1007/s00270-018-2004-2

[3] https://www.rsna.org/en/research/quantitative-imaging-biomarkers-alliance

[4] https://arxiv.org/abs/1612.07003

 

 

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