jump to content jump to footer

Universitätsklinikum Tübingen: Neuroonkologische Bildgebung mit Deep Learning Reconstruction (DLR)

Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Tübingen untersuchte das Potenzial von mittels Deep Learning rekonstruierten (DLR) Bildern in der Magnetresonanztomographie (MRT) bei IDH-mutierten Gliomen im Vergleich zur traditionellen Bildgebung (CR). Durchgeführt wurde die Studie von einem interdisziplinären Team aus der Neuroradiologie, der Neurochirurgie, Neuroonkologie und Strahlentherapie. Ziel war es, die Messzeitverkürzung, Bildqualität und diagnostische Sicherheit von DLR-Bildern in einem umfassenden diagnostischen MRT-Protokoll zu bewerten, das kontrastmittelverstärkte T1-gewichtete, T2-gewichtete Turbo-Spin-Echo- (TSE) und FLAIR-Sequenzen umfasst.

Die Forschenden stellen die Hypothese auf, dass DLR eine überlegene quantitative und qualitative Bildqualität liefern würde, die allen an der Diagnose und Behandlung von Gliomen beteiligten Fachleuten und dem Patienten zugutekommt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Zeitersparnis: DLR reduzierte die Akquisitionszeiten bei MRT-Untersuchungen signifikant:

  • 35,8 % für T1-gewichtete kontrastverstärkte Bildgebung
  • 26,9 % für FLAIR-gewichtete Bildgebung
  • 26,1 % für T2-gewichtete Bildgebung

Bildqualität: DLR erhielt durchgehend höhere Bewertungen der qualitativen Bildqualität von allen Gutachtenden und über alle Sequenzen hinweg. Die Tumorsichtbarkeit bei DLR war im Vergleich zu CR-Bildern nicht schlechter.

Multidisziplinäre Präferenz: Die Mehrheit der Gutachtenden bevorzugte DLR-Bilder gegenüber CR-Bildern:

  • Neuroradiologie: 84%
  • Neurochirurgie: 100%
  • Neuroonkologie: 92 %
  • Strahlentherapie: 84%

Verbesserte Kennzahlen: Die quantitative Analyse zeigte signifikante Verbesserungen im Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) und Kontrast-Rausch-Verhältnis (CNR) bei DLR im Vergleich zu CR. Größenmessungen von Läsionen ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen CR- und DLR-Sequenzen gemäß den Kriterien zur Tumorbewertung und dem Therapieansprechen (RANO-2.0-Kriterien).

Die Studie kam zu dem Schluss, dass DLR für die MRT-Bildgebung von IDH-mutierten Gliomen klinisch praktikabel ist. DLR bietet signifikante Zeitersparnisse (durchschnittliche Reduktion der Akquisitionszeit um 29,6%), ohne die Bildqualität oder diagnostische Genauigkeit zu beeinträchtigen. Die starke Präferenz für DLR im interdisziplinären Team unterstreicht das Potenzial, neuroonkologische Arbeitsabläufe zu optimieren und die Entscheidungsfindung zu verbessern.

Mit diesen Ergebnissen stellt DLR einen vielversprechenden Fortschritt in der MRT dar, der schnellere Bildgebung bei außergewöhnlicher Klarheit ermöglicht und die effektive Behandlung von Gliomen unterstützt.

Lesen Sie die Originalpublikation hier.

 

Ruff, Christer et al. 2024. „Multidisciplinary quantitative and qualitative assessment of IDH-mutant gliomas with full diagnostic deep learning image reconstruction.” European Journal of Radiology Open, Volume 13, December 2024, 100617, doi.org/10.1016/j.ejro.2024.100617.

[Translate to German:] Radiologist reviewing whole-body MRI images with AI-supported tumor burden quantification for bone metastases and multiple myeloma using mint Lesion.
[Translate to German:] Mint Medical has integrated an AI algorithm developed by The Institute of Cancer Research and The Royal Marsden into mint Lesion. The solution supports bone disease assessment and treatment response evaluation in advanced prostate cancer and multiple myeloma.
Das ICR und The Royal Marsden arbeiten mit Mint Medical zusammen, um KI-gestützte Software für die Krebsbehandlung bereitzustellen
Das Institute of Cancer Research (ICR), London, und der Royal Marsden NHS Foundation Trust haben eine neue Lizenzvereinbarung mit dem…
Read more
Onur Özek von Mint Medical im Interview mit RadMag über die Herausforderungen und Anforderungen des Lungenkrebsscreenings in Deutschland.
In der aktuellen RadMag-Sonderausgabe spricht Onur Özek über strukturierte Befundung, KI, Zweitbefundung und integrierte Workflows im deutschen Lungenkrebsscreening.
RadMag Spezial: Onur Özek über die Herausforderungen des Lungenkrebs-Screenings in Deutschland
Mit dem bundesweiten Start des Lungenkrebs-Screenings stehen radiologische Einrichtungen vor neuen Herausforderungen. Strukturierte Befundung,…
Read more
Interdisziplinärer Workflow für die Prostatakarzinom-Diagnostik mit strukturierter MRT-Befundung, MRT-/Ultraschall-Fusionsbiopsie, Pathologieintegration und longitudinalem Patientenmanagement in mint Lesion.
mint Lesion verbindet Radiologie, Urologie und Pathologie in einem gemeinsamen digitalen Workflow für die Prostatakarzinom-Diagnostik. Die Plattform unterstützt strukturierte Befundung, FHIR-basierte Interoperabilität, MRT-/Ultraschall-Fusionsbiopsien, Active Surveillance und die KI-gestützte Quantifizierung von Knochenmetastasen.
Im Zentrum der Erkenntnis: Ein strukturierter, datengetriebener Ansatz für die interdisziplinäre Prostatakarzinom-Diagnostik
Digitale Integration für interdisziplinäre Teams Im komplexen Prozess der Prostatakarzinom-Diagnostik trägt jede Fachdisziplin entscheidende…
Read more
scroll-top