Das Institute of Cancer Research (ICR), London, und der Royal Marsden NHS Foundation Trust haben eine neue Lizenzvereinbarung mit dem MedTech-Unternehmen Mint Medical, einem Unternehmen der Snke-Gruppe, bekannt gegeben. Ziel ist es, die Beurteilung von Knochenerkrankungen bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom und Multiplem Myelom zu unterstützen.
![[Translate to German:] Radiologist reviewing whole-body MRI images with AI-supported tumor burden quantification for bone metastases and multiple myeloma using mint Lesion.](/fileadmin/_processed_/7/6/csm_Press_Release_ICR_Royal_Marsden_Mint_Medical_b680e1949e.jpg)
Das ICR und The Royal Marsden arbeiten mit Mint Medical zusammen, um KI-gestützte Software für die Krebsbehandlung bereitzustellen
Im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit wurde ein von Forschenden und Kliniker:innen des ICR und The Royal Marsden entwickelter KI-Algorithmus in die Softwareplattform mint Lesion von Mint Medical integriert.
Durch die Vereinbarung kann Mint Medical diese KI-gestützte Lösung nun weltweit Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung stellen.
Die Software wurde entwickelt, um die Darstellung von Tumorbefall im Skelett mithilfe der diffusionsgewichteten Magnetresonanztomographie (Diffusion-Weighted Imaging, DWI) zu unterstützen.
DWI spielt insbesondere bei der Bildgebung von Patienten mit Prostatakarzinom und Patient:innen mit Multiplem Myelom eine wichtige Rolle.
Beim Prostatakarzinom können sich sekundäre Tumoren (Metastasen) im Knochen entwickeln. Beim Multiplen Myelom entstehen die Primärtumoren im Knochenmark.
Die Software unterstützt die Identifikation von Arealen mit Knochenbefall sowie die Beurteilung von Veränderungen der Erkrankung unter Therapie.
Dadurch kann die Bewertung von Knochenerkrankungen standardisierter und objektiver erfolgen und sowohl Patient:innen als auch Gesundheitseinrichtungen bei zeitaufwändigen Analyseprozessen unterstützen.
Die neue Lösung basiert auf mehreren Jahren gemeinsamer Forschung am ICR und The Royal Marsden. Beide Institutionen haben maßgeblich zur Weiterentwicklung der Ganzkörper-DWI beigetragen, um Geschwindigkeit und Genauigkeit der Bildanalyse zu verbessern – unter anderem im Rahmen der Zusammenarbeit mit Mint Medical.
Zu den Förderern dieser Forschung zählen das National Institute for Health and Care Research (NIHR), das die Arbeiten sowohl über Invention for Innovation (i4i)-Förderprogramme als auch über das gemeinsame NIHR Biomedical Research Centre (BRC) von The Royal Marsden und dem ICR unterstützt hat. Weitere Förderer waren das ICR selbst, The Royal Marsden Cancer Charity sowie Cancer Research UK.
Erste Ergebnisse der Integration des am ICR und The Royal Marsden entwickelten Algorithmus in mint Lesion wurden bereits auf internationalen Fachkongressen vorgestellt und in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.
Dr. Matthew Blackledge, Group Leader in Computational Imaging, The Institute of Cancer Research
„Unsere Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz haben uns die Möglichkeit eröffnet, Erkrankungen in DWI-Datensätzen mit bislang unerreichter Geschwindigkeit und Genauigkeit zu erkennen.
Eine zentrale Motivation unserer Forschungsgruppe besteht darin, wissenschaftliche Erkenntnisse in einen konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten zu überführen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Mint Medical konnten wir eine klinische Softwarelösung entwickeln, die Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung unterstützen kann.“
Professor Dow-Mu Koh, Consultant Radiologist in Functional Imaging am The Royal Marsden und Professor für Functional Cancer Imaging am Institute of Cancer Research
„Die Beurteilung tumorbedingter Knochenerkrankungen stellt weiterhin eine wichtige klinische Herausforderung dar. Unsere Software, die für den Einsatz in Kombination mit der Ganzkörper-MRT entwickelt wurde, kann dabei unterstützen zu beurteilen, ob eine Patientin oder ein Patient auf eine Therapie anspricht.
Durch eine sensitivere Beurteilung des Therapieansprechens könnten wir möglicherweise auch früher erkennen, wenn eine Behandlung nicht wirksam ist, und Patientinnen und Patienten schneller auf alternative Therapien umstellen. Unser langfristiges Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, länger gesund zu bleiben.“
Dr. Matthias Baumhauer, Geschäftsführer von Mint Medical
„Diese Zusammenarbeit mit dem Institute of Cancer Research und The Royal Marsden ist für uns weit mehr als ein Entwicklungsprojekt. Sie verbindet hochwertige klinische Forschung mit unserer Technologie. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben: eine Lösung, die der Radiologie ein objektives und reproduzierbares Werkzeug zur Verfügung stellt – in einem Bereich, in dem bislang häufig nur grobe und subjektive Schätzungen möglich waren.“
Dr. Jon Wilkinson, Director of Business and Innovation, The Institute of Cancer Research
„Diese Zusammenarbeit zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn erstklassige Forschende und Kliniker des ICR und The Royal Marsden mit innovativen Partnern wie Mint Medical zusammenarbeiten. Sie spiegelt unsere Mission wider, wissenschaftliche Innovationen durch gezielte Kooperationen in einen konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten zu überführen.“
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