Zur Beurteilung des Therapieansprechens bei Patient:innen mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom nutzen Radiolog:innen moderne bildgebende Verfahren. Konventionelle Methoden wie Knochenszintigrafie und CT weisen Einschränkungen bei der frühen Erkennung von Krankheitsprogression auf und bieten keine standardisierten Kriterien zur Bewertung des Therapieansprechens [1]. Mithilfe der Ganzkörper-MRT (Whole-Body MRI, WB-MRI) können Radiolog:innen Metastasierungsmuster erkennen und die Tumorlast nicht-invasiv, strahlungsfrei sowie ohne Kontrastmittel oder Tracer beurteilen.
Die Überführung dieser Bilddaten in routinemäßige klinische Entscheidungen bringt jedoch erhebliche Herausforderungen im Workflow mit sich:
- Die manuelle Segmentierung von Knochenmetastasen ist zeitaufwendig und kann pro Untersuchung eine Stunde oder länger dauern [2].
- Selbst semi-automatische Werkzeuge benötigen häufig zwischen 12 und 23 Minuten zur Finalisierung der Ergebnisse, was den routinemäßigen Einsatz erschwert [2].
- Ohne strukturierte Daten kann die Bewertung des Therapieansprechens über mehrere Zeitpunkte hinweg inkonsistent sein.
KI-Funktionen integriert in mint Lesion
Zur Optimierung dieses Prozesses wurde ein spezialisierter KI-Algorithmus*, entwickelt in Zusammenarbeit mit The Royal Marsden NHS Foundation Trust und dem Institute of Cancer Research in London, in mint Lesion integriert. Die Software unterstützt Radiolog:innen insbesondere bei zentralen Analyse- und Befundungsschritten:
- Gezielte Datenextraktion: mint Lesion stellt Total Diffusion Volume (TDV) und globale ADC-Werte (gADC) für das gesamte Skelett sowie für einzelne Körperregionen in einem strukturierten Befundbericht mit farbcodierten Visualisierungen dar.
- Automatisierte Berechnung: In der veröffentlichten Untersuchung wurde die Berechnungspipeline zur Quantifizierung der Tumorlast in etwa 90 Sekunden abgeschlossen [2].
- Durchgängige Workflow-Unterstützung: Der veröffentlichte Workflow, der die Analyse vor und nach Therapie sowie die strukturierte Befundung umfasst, wurde in etwa drei Minuten abgeschlossen [2].
- Therapiebeurteilung über mehrere Zeitpunkte: mint Lesion vergleicht Messwerte aus mehreren Zeitpunkten in einem strukturierten Framework, der die longitudinale Beurteilung unterstützt.
mint Lesion setzt diesen Workflow innerhalb der eigenen Befundungs- und Reporting-Umgebung um.
Praktischer Nutzen im klinischen Workflow
Mit der KI-gestützten Software mint Lesion können Radiolog:innen die umfassende Quantifizierung der Tumorlast in ihre klinischen Routinen integrieren und gleichzeitig reproduzierbare Prozesse über verschiedene Untersuchungen und Zeitpunkte hinweg sicherstellen.
Dadurch erhalten Tumorboards strukturierte und objektive Daten zur Bewertung der Therapieeffektivität – als fundierte Grundlage für Entscheidungen zur weiteren Patientenversorgung.
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* basierend auf Forschung, die durch das National Institute for Health and Care Research (NIHR) gefördert wurde.
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