Strukturierte Rahmenbedingungen für die multizentrische Datenkoordination
Der Übergang von einer monozentrischen Studie zu einem multizentrischen Modell stellt die klinische Forschung vor erhebliche logistische Herausforderungen im Datenmanagement. Mit zunehmender Skalierung der Forschung steigt die Komplexität bei der Koordination medizinischer Bilddaten über verschiedene Institutionen hinweg. In diesem Umfeld erweitert sich das Aufgabengebiet der Wissenschaftler: Neben der eigentlichen Forschung rücken die Etablierung von Datenschutzprotokollen, standardisierte Auswertungsworkflows und die regulatorische Compliance in den Fokus.
Eine robuste digitale Infrastruktur ist dabei die Voraussetzung, um die wissenschaftliche Integrität einer IIT zu gewährleisten. mint Lesion bietet hierfür den technischen Rahmen und unterstützt den gesamten Lebenszyklus der multizentrischen Bildgebungsforschung durch standardisierte Prozesse.
1. Sichere Bildakquisition und konsistente De-Identifizierung
Eine der primären Hürden multizentrischer Studien ist der sichere Transfer von Bilddaten. mint Lesion dient als zentrales Gateway für den Upload von DICOM-Dateien, wobei der Schutz der Patientendaten stets Vorrang hat.
- Automatisierte De-Identifizierung: Personenbezogene Daten (PHI) werden bereits während des Upload-Prozesses entfernt oder pseudonymisiert.
- Standortübergreifende Konsistenz: Das System stellt sicher, dass die zentrale Auswertungsstelle de-identifizierte Bilder erhält, die über alle teilnehmenden Zentren hinweg einheitlichen Standards entsprechen.
- Optimierte Upload-Prozesse: Eine intuitiv gestaltete Benutzeroberfläche vereinfacht die Datenübermittlung für das Team an den jeweiligen Prüfstellen.
2. Zentrale Plattform für die kollaborative Forschung
Multizentrische IITs leiden häufig unter fragmentierter Kommunikation, uneinheitlichen Prozessen und verstreuten Datensilos. mint Lesion bündelt alle Standorte, Reviewer und Koordinatoren in einer gemeinsamen, sicheren Forschungsumgebung.
- Datenaustausch in Echtzeit: Physische Datenträger und unübersichtliche E-Mail-Ketten werden durch eine einheitliche Umgebung ersetzt.
- Query-Management: Unstimmigkeiten bei der Bildqualität oder klinischen Daten werden über standardisierte Workflows direkt innerhalb der Plattform geklärt.
- Fortschrittskontrolle: Ein zentrales Dashboard ermöglicht die Überwachung von Studien-Meilensteinen und der Performance einzelner Zentren.
3. Qualitätssicherung und zentralisiertes Review
Zur Sicherung einer hohen Datenqualität ermöglicht die Plattform ein standortübergreifendes, zentralisiertes Bild-Review sowie eine kontinuierliche Qualitätssicherung (QA).
- Standardisierte Verifizierung: Zentrale Reviewer können die Bildqualität und die Protokolltreue unmittelbar beurteilen.
- Einheitlichkeit: Es wird sichergestellt, dass Bilddaten aus unterschiedlichen Zentren dieselben technischen Voraussetzungen erfüllen, bevor sie in die Evaluierungsphase fließen.
4. Quantitative Bildauswertung
Für reproduzierbare Ergebnisse müssen die Imaging-Endpunkte an allen Standorten nach identischen Kriterien bewertet werden. mint Lesion bietet Werkzeuge für die standardisierte quantitative Auswertung, um methodische Fehlerquellen wie Inter- und Intra-Reader-Variabilität oder fehlende Messwerte zu minimieren:
- Strukturierte und anpassbare Befundungsvorlagen: Protokollspezifische Vorlagen oder maßgeschneiderte Case Report Forms (CRFs) mit integrierten Konformitätsprüfungen beugen Protokollabweichungen vor.
- Longitudinales Tracking: Dedizierte Werkzeuge erlauben die konsistente Nachverfolgung von Läsionen über mehrere Zeitpunkte hinweg.
- Automatisierte Bewertungen: Auf Basis Ihrer Messungen generiert mint Lesion Klassifizierungen des Therapieansprechens (z. B. RECIST, Lugano, RANO). Zusätzlich unterstützt das System fortgeschrittene Analysemethoden wie TGRM (Tumor Growth Rate Model) zur Untersuchung der Tumorkinetik sowie Radiomics zur Extraktion einer Vielzahl subvisueller Parameter aus klinischen Bildern. Diese Automatisierung reduziert das Risiko manueller Übertragungsfehler und erweitert die wissenschaftliche Tiefe der Datenauswertung.
5. Strukturierte Befundung und Datenmanagement
mint Lesion erstellt strukturierte Befundberichte, die komplexe Ergebnisse unmittelbar in ein analysefähiges Format überführen.
- Detaillierte Befunde: Quantitative und qualitative Daten werden in einem konsistenten Rahmen erfasst.
- EDC-Kompatibilität: Der Datenexport (CSV/XML) erfolgt in Formaten, die mit gängigen EDC-Systemen für Analysen auf Patienten- oder Studienebene kompatibel sind.
- Interoperabilität: Bilder und Annotationen sind in Formaten wie NRRD/NIFTI, DICOM-SC, DICOM-RT STRUCT oder DICOM-SEG exportierbar und stehen somit für Anwendungen im Bereich KI oder Machine Learning zur Verfügung.
6. Regulatory Compliance und Audit-Bereitschaft
Die Einhaltung regulatorischer Standards ist eine Grundvoraussetzung in der klinischen Forschung. mint Lesion ist darauf ausgelegt, die Anforderungen von FDA und EMA zu unterstützen.
- 21 CFR Part 11-konforme Software: Jede Aktion im System – vom Upload bis zur finalen Signatur – ist lückenlos rückverfolgbar.
- Data Governance: Der Umgang mit Daten erfolgt nach etablierten Industriestandards für Transparenz und Rechenschaftspflicht.
7. Datenschutz und Datensicherheit
Der Schutz sensibler Studieninformationen und der Privatsphäre der Patienten ist elementarer Bestandteil der Architektur von mint Lesion. Unser Ansatz zur Datensouveränität folgt klaren Prinzipien:
- Souveränität über Ihre Daten: Mint Medical verkauft oder kommerzialisiert keine Bilddaten, Annotationen oder Auswertungen, die innerhalb von mint Lesion an den Standorten erstellt wurden.
- Keine Sekundäranalysen Ihrer Fälle: Wir nutzen Ihre Studiendaten nicht für das Training von KI-Modellen oder interne Forschungszwecke, sofern keine ausdrückliche schriftliche Vereinbarung hierzu vorliegt.
- Rechtssicherheit und Vertraulichkeit: Unsere Software und Prozesse entsprechen den geltenden Datenschutzverordnungen (z. B. DSGVO / HIPAA). Gesundheitsdaten werden niemals unbefugt zweckentfremdet oder übertragen.
Skalierbarkeit für wachsende Forschungsanforderungen
mint Lesion ist darauf ausgelegt, Forschungsprojekte jeder Größenordnung zu unterstützen, von der Pilotstudie bis hin zu Programmen mit einer Vielzahl an Studien. Die Architektur erlaubt es, Forschungsaktivitäten zu erweitern, ohne die IT-Infrastruktur für jedes neue Protokoll grundlegend neu konzipieren zu müssen.
Durch die Integration von mint Lesion in den Workflow einer Studie schaffen Wissenschftler eine konsistente Umgebung für Datenerfassung, Review und Dokumentation. Dieser Ansatz bietet eine stabile Basis für die multizentrische Zusammenarbeit: Der Fokus bleibt auf den Forschungszielen, während die Plattform die Komplexität des Datenmanagements und die Compliance-Anforderungen übernimmt.


