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Forschung mit Mint: Studie zeigt Vorhersagekraft CT-basierter 2D- und 3D-Texturanalyse von Lebermetastasen

In einer retrospektiven Studie untersuchte ein Team des Royal Marsden in London und Sutton Änderungen von CT-Texturanalyseparametern bei nicht resektablen Lebermetastasen von Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC), die eine Monotherapie mit Cetuximab erhielten [1].

 

„Zielgerichtete Therapien werden heute in vielen onkologischen Kontexten, wie beispielsweise bei metastasierendem Kolonkarzinom, auch als Erstlinientherapie eingesetzt. Aufgrund der Wirkweise steht die Wirksamkeit dieser medikamentösen Therapie nicht zwingend mit einem Schrumpfen neoplastischer Läsionen in Zusammenhang. Daher benötigen wir neue radiologische Biomarker, die eine bessere Bewertung sowie eventuell eine Voraussage des Krankheitsverlaufs ermöglichen. Die Texturanalyse ist eine immer häufiger genutzte Methode, mit welcher quantitative Daten extrapoliert und so die Grauwertverteilung der Voxel einer Läsion dargestellt werden können. Unser Ziel ist es, einen weiteren Schritt in die Richtung zu gehen, besser zu verstehen, welche Texturparameter zur Beurteilung des Therapieansprechens bei zielgerichteten Therapien eingesetzt werden können“, erklärte Dr. Edoardo Raimondi.

 

Im Rahmen der Studie wurden die kontrastmittelverstärkten CT-Bilder der Baseline-Untersuchungen sowie der ersten Nachfolgeuntersuchungen von 30 CRC-Patienten retrospektiv betrachtet. Die Forscher verglichen dabei die Ergebnisse der Patienten mit Therapieansprechen (Complete Response oder Partial Response) mit den Ergebnissen jener ohne Therapieansprechen (Stable Disease oder Progressive Disease) zum Zeitpunkt der Best Response gemäß RECIST 1.1 während der Therapie. In der untersuchten Patientenkohorte zeigten 16 Patienten ein Therapieansprechen, 14 Patienten hingegen nicht. Hiervon hatten vier Patienten nur eine einzelne Lebermetastase, während alle anderen Patienten mindestens zwei aufwiesen.

 

mint Lesion wurde zur Extraktion und Aufzeichnung flächen- und volumenbasierter Texturparameter erster Ordnung von bis zu zwei Lebermetastasen sowie zur automatischen Beurteilung der prozentualen Änderung zwischen Baseline und erster Follow-Up-Untersuchung eingesetzt.

 

In der Baseline-Untersuchung wurden zwischen auf die Therapie ansprechenden und nicht ansprechenden Patienten keine Unterschiede der Texturparameter festgestellt. Bei der ersten Nachfolgeuntersuchung waren bei den Patienten mit Therapieansprechen im Vergleich zu jenen ohne Ansprechen bei den durchschnittlichen Flächenwerten eine geringere Entropie (6,06 vs. 6,36; p=0,006) und eine höhere Uniformität (0,02 vs. 0,014; p=0,002) zu beobachten. Erstere zeigten eine Änderung von -2,08% bei der Flächenentropie und -1,89% bei der Volumenentropie, also ein deutlicher Unterschied (p < 0,05) zu den nicht auf die Therapie ansprechenden Patienten, bei welchen eine Änderung von +1,09% bei der Flächenentropie und +0,91% bei der Volumenentropie zu konstatieren war. Die prozentuale Änderung bei der Flächen- und Volumenuniformität der auf die Therapie ansprechenden Patienten lag bei +8,10% bzw. +8,09% im Vergleich zu -4,51% bzw. -3,92% bei den Patienten ohne Therapieansprache (p>0,05).

 

„Aufgrund der festgestellten Unterschiede der Flächen- und Volumenentropie sowie -uniformität zwischen beiden Patientengruppen könnten diese Parameter als Imaging Biomarker zur Vorhersage des Therapieansprechens herangezogen werden“, schlossen die Autoren. Weitere Studien sollten durchgeführt werden, um diese Daten zu bestätigen und die Schwelle zur frühzeitigen Voraussage eines Therapieansprechens zu identifizieren.

 

[1] Early prediction of response of CT textural analysis in unresectable liver metastases of colorectal cancer treated with Cetuximab chemotherapy
E. Raimondi, S. Picchia, K. Kouvelakis, K. Khan, D. Cunningham, D.-M. Koh, M. A. Bali

 

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